Neues
Handbuch Arbeitnehmerschutz
von Kollegen Nöstlinger Walter(AK-OÖ.)
Das Buch wurde in
einjähriger Arbeit für Personen verfasst, die in den Betrieben
für die Umsetzung der Arbeitnehmerschutzbestimmungen verantwortlich
sind oder Mitwirkungsrechte haben. Das sind Betriebsräte, Sicherheitsvertrauenspersonen,
Sicherheitsfachkräfte, Arbeitsmediziner, Leiter von Abteilungen oder
Baustellen und viele andere mehr, die im betrieblichen Alltag immer wieder
Antworten auf Fragen suchen, wie das geltende Arbeitnehmerschutzrecht
zu verstehen und umzusetzen ist. Natürlich ist es auch für Kolleginnen
und Kollegen aus den Gewerkschaften und Arbeiterkammern höchst interessant,
weil es bei der Beantwortung von Anfragen hilfreich sein kann.
Dieses Werk, welches
Kollege Nöstlinger Walter gemeinsam mit 7 Kolleginnen und Kollegen
aus AUVA und Arbeitsinspektion geschrieben hat, wurde vor wenigen Tagen
veröffentlicht. Es behandelt folgende Themenbereiche:
* Verantwortung im Betrieb (AG, AN, SVP, SFK, AMed, BR)
* Information und Unterweisung, Evaluierung, Arbeitsmittel, Arbeitsstoffe,
Lärm, persönlicher Schutzausrüstung, manuelle Lasthandhabung
uvam
* Jugendliche Arbeitnehmer, Mutterschutz
* Praxisfälle, Gerichtsentscheidungen, Tipps
* Betriebliche Gesundheitsförderung
* Haftungsfragen (straf- und zivilrechtliche Haftung, Regressansprüche
etc)
Ein Buch, das nicht
genützt wird, kann für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keine
Verbesserung der Arbeitsbedingungen bringen.
Ab
16.11.2006 machen GPA und DJP gemeinsam Druck
GPA-DJP: Eine neue, starke und innovative Gewerkschaft innerhalb des ÖGB
entsteht
Im Anschluss an das 2. Bundesforum der GPA wurde heute die Fusion der
Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) mit der Gewerkschaft Druck,
Journalismus, Papier (DJP) beschlossen.
Der Name der neuen Gewerkschaft wird GPA-DJP sein. Der gestern wieder
gewählte Vorsitzende der GPA, Wolfgang Katzian, wird auch Vorsitzender
der GPA-DJP sein.
Nach Abhaltung eines Sondergewerkschaftstages zogen die Delegierten der
DJP in den Kongresssaal des GPA-Bundesforums ein. Weg in die Zukunft
Der Zentralsekretär der DJP, Gerhard Hennerbichler betonte, dass
für ihn der eingeschlagene Weg ein Weg in die Zukunft sei und die
DJP sehr viel Kampfkraft in die neue Gewerkschaft einbringen werde. GPA-Bundesgeschäftsführerin
Dwora Stein meinte, dass auch die GPA immer schon eine kämpferische
Gewerkschaft gewesen sei, angesichts der vielen politischen Herausforderungen
aber die neue gemeinsame Kraft gut brauchen könnte. "Wir werden
vorzeigen, dass man gemeinsam mehr weiter bringen kann als gegeneinander",
so Stein. Unterschiede beenden
DJP-Vorsitzender Franz Bittner wies auf die rasante Veränderung der
Arbeitsbedingungen in der Medienbranche hin und meinte, dass der Zusammenschluss
und die gewonnen Synergien nur von Vorteil für die Beschäftigten
sein werden. Für ihn sei der heutige Tag auch ein wichtiger Schritt,
die Unterschiede zwischen ArbeiterInnen und Angestellten zu beenden. Neue Gewerkschaft fordert rasche Regierungsbildung
GPA-Vorsitzender Katzian machte klar, dass die GPA-DJP die erste und auch
einzige Gewerkschaft für die Medien und Kommunikationsbranche sein
werde. Er stellte mit Nachdruck fest, dass die neue Gewerkschaft angesichts
der vielen ungelösten Probleme im Lande rasch die Bildung einer handlungsfähigen
Regierung einfordert. "Ab heute machen wir gemeinsam Druck",
so Katzian zum Abschluss der Fusionskonferenz. Die Fusion wurde von den
Delegierten der GPA und DJP per Akklamation beschlossen.
Einen
Schritt voraus! 2. GPA-Bundesforum stellt Weichen für die Zukunft
Fusionskonferenz mit DJP am 16.11.2006
"Einen Schritt
voraus" - unter diesem Motto findet vom 14. bis 16. November im Austria
Center Vienna das 2. Bundesforum der Gewerkschaft der Privatangestellten
(GPA) statt. Am 16.11. wird es zur Fusionskonferenz von GPA und DJP kommen.
Schon am 13.11. stellten
sich die Spitzen von GPA und DJP, GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian, GPA-Bundesgeschäftsführerin
Dwora Stein, DJP-Vorsitzender Franz Bittner und DJP-Zentralsekretär
Gerhard Hennerbichler im Rahmen einer Pressekonferenz die Schwerpunkte
der künftigen Zusammenarbeit vor.
GPA-Vorsitzender Katzian
betonte, dass das GPA-Bundesforum in einer Zeit großer Umbrüche
und innenpolitischen Instabilität stattfinde. Die GPA versuche, mit
ihren Positionierungen und ihrer konkreten Politik, Antworten auf die
vielen Herausforderungen zu geben. Im Leitantrag des GPA-Bundesvorstandes
bekundet die GPA "ihre grundsätzliche Bereitschaft für
eine Kooperation mit den Arbeitgebern, wenn dadurch Lösungen erzielt
werden können, die im Interesse beider Seiten liegen oder für
die ArbeitnehmerInnen verträglich und akzeptabel erscheinen. Dort,
wo nur von den Gewerkschaften gefordert wird und kein Entgegenkommen signalisiert
wird, müssen Gewerkschaften auch den Mut haben, ihre Anliegen durch
Konflikte zum Durchbruch zu verhelfen - das heißt auch außerhalb
des Verhandlungssaales und wenn notwendig, auf der Straße."
Diese Position fand auch schon Ausdruck in der Politik der GPA in den
letzten Jahren. "Wir müssen und werden als Gewerkschaftsbewegung
stärker als bisher den öffentlichen Raum besetzen und werden
dabei auch die Kooperation mit den NGOs suchen", so der GPA-Vorsitzende.
Zahlreiche Anträge
werden dem Bundesforum zur Beschlussfassung vorgelegt. Um gegen das auch
in Österreich steigende Armutsrisiko vorzugehen, fordert die GPA
eine bedarfsorientierte Mindestsicherung, welche die Betroffenheit von
Armut reduziert bzw. möglichst verhindert. Im Bereich der Industriepolitik
fordert die GPA ein Ende der Privatisierungspolitik und die Schaffung
einer Beteiligungsgesellschaft, die volkswirtschaftlich wichtige Anteile
im Ausmaß der Sperrminorität erwirbt. Die GPA fordert zudem
eine aktive Umverteilungspolitik im Sinne einer solidarischen Gesellschaft.
Die GPA tritt für eine Beendigung des Steuerdumpings auf europäischer
Ebene im Bereich der Gewinn- und Kapitalbesteuerung ein. Ein europäischer
Mindest-KöSt-Satz könnte dem Abhilfe leisten.
Die Arbeitszeitverkürzung
bleibt für die GPA ein wichtiges gewerkschaftliches Ziel. Die Diskussion
um die so genannte "work-life-balance" ist zu nutzen, um ein
ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben zu ermöglichen.
Neben der Verkürzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit muss
es auch Möglichkeiten bezahlter Weiterbildung bzw. Bildungsfreistellungen
oder einer temporären Arbeitszeitverkürzung bzw. eines Ausstiegs
mit Rückkehrrecht in die Vollzeit geben.
Die Entwicklungen
für Frauen am Arbeitsmarkt sind weiterhin alarmierend. Sie stehen
in vielfacher Hinsicht dem Konzept einer gleichgestellten Teilhabe von
Frauen am Berufsleben völlig entgegen. Als Anforderung für die
gewerkschaftliche Praxis ergibt sich daraus für die GPA die konsequente
Umsetzung von Gleichstellungspolitik insbesondere in Hinblick auf die
Gestaltung der Kollektivvertrags- und Arbeitszeitpolitik.
DJP-Vorsitzender Bittner
führte aus, warum er es als sinnvoll erachte, mit der GPA eine Fusion
einzugehen. Im Bereich des sich rasant entwickelnden Mediensektors gebe
es so viele Probleme und Herausforderungen, dass die Betreuung aus einer
starken Einheit heraus für die Betroffnen nur Vorteile bringen werde.
Schon bisher gab es eine enge Kooperation mit der GPA in vielen politischen
und organisatorischen Fragen. Bittner betonte auch, dass mit der GPA-DJP
eine Gewerkschaft entstehe, die unter einem Dach ArbeiterInnen und Angestellte
gemeinsam vertrete. Diese Kooperation soll auch als Vorbild für die
künftige Entwicklung des gesamten ÖGB gesehen werden.
DJP-Zentralsekretär
Hennerbichler betonte, dass die Fusion zu Synergien führen wird,
und dadurch die Betreuungsqualität für die Beschäftigten
in den Betrieben zukünftig verbessert werden kann.
GPA-Bundesgeschäftsführerin
Dwora Stein legte neuerlich ein Bekenntnis der GPA zur Schaffung einer
einheitlichen Gewerkschaftsbewegung ab. Natürlich sei klar, dass
ein solches Projekt nicht von heute auf morgen realisiert werden könne,
sondern einige Jahre Zeit brauche. Es gehe der GPA aber darum, dass am
nächsten ÖGB-Kongress die entsprechenden Signale gesetzt werden.
Um diese Position zu untermauern, wird am GPA-Bundesforum auch eine entsprechende
Resolution verabschiedet werden.
Das 2. Bundesforum
wird am 14. November um 18 Uhr mit einer Leistungsschau eröffnet.
Am 16. November
2006 kommt es im Anschluss an das Bundesforum der GPAzur Fusionskonferenz
der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) mit derGewerkschaft Druck-Journalismus-Papier
(DJP).
Mit dem Zusammengehen
zweier Gewerkschaften mit großer Tradition und noch größerem
Zukunftspotenzial entsteht eine neue Einheit im ÖGB, die der -österreichischen
Gewerkschaftsbewegung einen kräftigen und kämpferischen Impuls
geben wird. Die GPA-DJP, so der künftige Name, wird etwa 270.000
Angestellte, ArbeiterInnen und -JournalistInnen in 25 Wirtschaftsbereichen,
sieben Interessengemeinschaften und neun Regionen vertreten. Gemeinsame
Zentrale der GPA-DJP wird die derzeitige GPA-Zentrale am Alfred-Dallinger-Platz
in Wien-Landstraße sein.
Gewerkschaften
mit Tradition fusionieren
Die Druckergewerkschaft ist die älteste Gewerkschaft Österreichs.
Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1842 mit der Gründung des "Unterstützungsvereins
für erkrankte Buchdrucker und Schriftgießer in Wien".
Es war dies der erste Verein in Österreich, der sich die Verbesserung
der Lebensbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter zum Ziel setzte und
die Basis für spätere gewerkschaftliche Strukturen schuf. Die
Druckergewerkschaft war durch ihr geschlossenes und entschiedenes Auftreten
immer eine Vorreiterin, wenn es um die Durchsetzung sozialpolitischer
Errungenschaften, wie etwa Arbeitszeitverkürzungen im Kollektivvertrag,
ging. Es waren FunktionärInnen der Drucker, die in der wechselvollen
Geschichte der österreichischen Arbeiterbewegung immer an vorderster
Front im Kampf für sozialen Fortschritt und gegen die Einschränkung
von ArbeitnehmerInnenrechten standen. Bis heute ist die DJP mit ihrer
hohen Organisationsdichte ein Vorbild für andere Gewerkschaften.
Im Jahr 2001 wechselte die Sektion Journalisten der Gewerkschaft Kunst,
Medien, Sport, freie Berufe (KMSFB) zur Druckergewerkschaft, die ihren
Namen von DUP (Druck und Papier) in DJP (Druck-Journalismus-Papier) änderte.
Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) entstand im Jahr der Gründung
des ÖGB (1945) durch die Zusammenführung der verschiedenen Angestelltenverbände
der Zwischenkriegszeit, die vorher als selbstständige Vereine organisiert
waren. Bereits im Jahr 1892 konstituiert sich mit dem "Verein der
kaufmännischen Angestellten" eine erste gewerkschaftliche Organisation
der österreichischen Angestellten. Nach dem Zweiten Weltkrieg finden
sich die verschiedenen Angestelltengruppen in sechs Sektionen der damaligen
Gewerkschaft der Angestellten der Privatwirtschaft (GAP) zusammen. Eine
grundlegende Veränderung erfuhr die Struktur der GPA im Jahr 2000,
als die Sektionen der GPA in 24 Wirtschaftsbereiche übergeführt
wurden. Die GPA gilt bis heute als eine Gewerkschaft, die großen
Wert auf gesellschaftspolitische Gestaltung über das gewerkschaftliche
Kerngeschäft hinaus legt. Nicht zufällig finden sich in ihrer
Geschichte viele FunktionärInnen, die sich im Bereich der Sozialpolitik
einen Namen gemacht haben.
Geballte Kraft
in der Medienbranche
DJP und GPA waren schon Partner beim nicht realisierten Projekt von fünf
Gewerkschaften, eine neue Gewerkschaft zu gründen. Gerade in dieser
Phase der engeren Kooperation stellte sich heraus, dass diese beiden Gewerkschaften
viel Gemeinsames verbindet und große Übereinstimmung auch bei
gesellschaftspolitischen Themen besteht. Sowohl die GPA als auch die DJP
vertreten schon heute Beschäftigte im boomenden Bereich der Medien
und der Kommunikationswirtschaft. Die gemeinsame Betreuung der Beschäftigten
dieser Branche durch eine Gewerkschaft wird sich positiv auf die Interessendurchsetzung
auswirken. Denken wir etwa an die hohe Medienkonzentration in unserem
Land mit all ihren Problemen für die Beschäftigten. Denken wir
an die rasante Entwicklung im Bereich der elektronischen Kommunikation
und die sich dadurch wandelnden Arbeitsbedingungen.
Endlich
KV auch für die Regionalmedien
Einen Vorgeschmack darauf, was die geballte Kraft von DruckerInnen, JournalistInnen
und Angestellten zu Wege bringen kann, gab es bei einer Demonstration
beider Gewerkschaften vor dem Verband der Regionalmedien im September
in Wien zur Durchsetzung eines Kollektivvertrags für die Beschäftigten
bei Gratiszeitungen. Politisches Bewusstsein und Kreativität gepaart
mit hoher Kampf- und Organisationskraft ergeben eine gewerkschaftliche
Mischung, von der noch viel zu erwarten ist.
"DIE
GRAZER DRUCKEREI LEYKAM
MUSS IN DER STEIERMARK BLEIBEN!"
Es sei undenkbar
- so BR-Vorsitzender Walter Zöhrer - dass es in Graz und damit in
der Steiermark keinen Akzidenz-Rollendruck mehrgeben soll. Vordergründige
Überlegungen in Richtung Profitmaximierung lehnt er ab und die Belegschaft
ist zu allen gewerkschaftlichenKampfmassnahmen bereit!
Bemüht sich nach
allen Kräften um den Standorterhalt: BRV Walter Zöhrer
Düstere Wolken
ziehen über das renommierte und traditionsreiche Grazer Druckhaus.
Geht es nach dem Willen des Vorstandes, so soll die Parade-Druckerei,
die bereits seit mehr als 400 Jahren besteht, im Jahre 2009 für immer
ihre Pforten schließen. Die Folge: rund 200 (!) Kolleginnen und
Kollegen verlieren ihren Arbeitsplatz - deren Schicksal steht damit in
den Sternen. Pikanterie am Rande: die Druckerei hat ein besonderes Naheverhältnis
zur steirischen SPÖ. Ob von der geplanten Schließung LH Mag.
Franz Voves (SPÖ) bereits in Kenntnis gesetzt wurde, kann derzeit
niemand konkret beantworten.
Widersprüchliche
Informationen
Begonnen hat die Geschichte mit widersprüchlichen Informationen an
den Betriebsrat aus Bereichen der Chefetage. Diesen Informationen zufolge,
soll nunmehr die Installierung der neuen, den Kundenanforderungen optimal
entsprechenden 16-Seiten-Rollendruckmaschine, nicht wie geplant und vom
Aufsichtsrat beschlossen am Standort Graz, sondern in Slowenien (einem
weiteren Standort der Leykam Let's Print Holding AG) erfolgen. Alarmiert
von den jüngsten dem Aufsichtsratsbeschluss widersprechenden Mitteilungen
unternahm BR-Vorsitzender Walter Zöhrer sofort umfangreiche Recherchen,
um die Nachhaltigkeit dieser Aussage zu überprüfen. Resümee
seiner Tätigkeit: die für den Standort Graz so lebensnotwendige
Investition soll tatsächlich sang- und klanglos im Billigstlohnland
Slowenien installiert werden
Als Begründung für diesen Schritt nennt die Geschäftführung
"wirtschaftliche" Argumente: die Löhne und Gehälter
seien in Graz gegenüber Slowenien viel zu teuer, die Arbeitszeit
gemessen an jener des Nachbarlandes sei kürzer, die personelle Maschinenbesetzung
ist jenseits der Grenze wesentlich günstiger und die Lohnnebenkosten
sind für das Unternehmen um "Eckhäuser" niedriger.
Umfangreiche
"Einkaufstour" von Leykam
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass das bisher so erfolgreiche
Druckunternehmen vor einiger Zeit eine umfangreiche und sündteure
"Einkaufstour" unternahm. So erwarb die Leykam die Wiener Neustädter
Druckerei "Gutenberg", die jedoch vom neuen Eigentümer
schon nach relativ kurzer Zeit teilweise stillgelegt wurde. Gleichzeitig
schnappte man sich das ebenfalls bestens bekannte Druckhaus Elbemühl/Tusch
mit Sitz in Neudörfl/Bgld. Dem nicht genug: auch die Großdruckerei
Strohal in Müllendorf bei Eisenstadt ging Anfang des heurigen Jahres
in das Eigentum der Let's Print Holding AG. Geld und wirtschaftlicher
Erfolg müssten somit genug vorhanden sein, denn wirtschaftliche Leichen
hat man sich mit diesem Ankäufen sicherlich nicht um den Hals gehängt...
So darf es nicht
geschehen !
"So darf es nicht geschehen", meint BR-Vorsitzender Walter Zöhrer
gegenüber dem "Vorwärts". "Es ist undenkbar,
dass es in Graz und damit in der Steiermark keinen Akzidenz-Rollendruck
mehr geben soll. Die Leykam hat ihren Muttersitz seit mehr als 400 Jahren
hier in Graz und hat schon mehrere wirtschaftliche Berg- und Talfahrten
erfolgreich hinter sich gebracht. Vordergründige Überlegungen
in Richtung Profitmaximierung zählen hier nicht und diese lehnen
wir auch ab! So weit geht mein Verständnis und jenes meiner Kolleginnen
und Kollegen für den europäischen Wirtschaftsraum nicht, dass
steirische Arbeitsplätze in Billigstlohnländer - und seien sie
auch nur wenige Kilometer von unserer steirischen Heimat entfernt - exportiert
werden und damit beitragen, das Lohn- und Preisniveau in Österreich
ins Bodenlose zu treiben".
Dass erfolgreiches, wie auch verantwortungsvolles Wirtschaften auch wesentlich
anders aussehen kann, beweisen seit Jahren auch andere Druckereien Österreichs,
die sich in den Nachbarländern weitere Standbeine schufen. Diese
Betriebe - etwa in Tschechien und Ungarn, haben neue Märkte gesucht
und gefunden und produzieren beinahe ausschließlich und sehr erfolgreich
für diese neuen Absatzgebiete.
Klärende Worte des
Haupteigentümers gefragt
"Gefragt", so Walter Zöhrer weiter, "sind nun klärende
Worte und Entscheidungen des Haupteigentümers. Ich bin mir sicher,
dass dieses Thema auch unseren Landeshauptmann Mag. Franz Voves interessiert,
noch dazu wo ich weiß, dass er für die Anliegen und Arbeitsplatzsorgen
der steirischen ArbeitnehmerInnen viel Verständnis hat".
Der Betriebsrat des Grazer Unternehmens ist für seine konsensuale
Politik zugunsten der Kollegenschaft UND des Unternehmens seit Jahrzehnten
bekannt. Dennoch, wenn es um die Standortfrage geht, kennt auch der derzeitige
BR-Vorsitzende kein Pardon. Er weiß, dass er die Kollegenschaft
hinter sich hat, die natürlich am Erhalt ihres Arbeitsplatzes höchst
interessiert ist und die auch bereit ist für den steirischen Druckstandort
und somit ihre Existenz zu kämpfen. Und wer die Leykam-Belegschaft
nur ein wenig kennt, weiß, dass dies keine leeren Worte sind...
GRATISZEITUNGEN:
DRUCKER-STREIKDROHUNG
DEMO GEGEN KV-VERWEIGERUNG DJP und GPA kritisieren Gesprächsverweigerung
der Herausgeber in Sachen Kollektivvertrag
Wien (APA) - Die Druckergewerkschaft droht dem Verband der Regionalmedien
Österreichs wegen der abgebrochenen Verhandlungen über einen
Kollektivvertrag für die Gratiszeitungen mit Streik. Der Vorsitzende
der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier, Franz Bittner, erklärte
auf einer Demonstration gegen die KV-Verweigerung vor 250 Teilnehmern,
"meine Drucker würden nie eine Gratiszeitung gratis drucken.
Damit werden die nächsten Maßnahmen sein, diese Gratiszeitungen
in den Druckereien ganz einfach einmal nicht zu drucken". Auf Anfrage
der APA, ob dies ein Druckerstreik sein könnte, sagte Bittner, dies
könne dann eintreten, wenn der Verband nicht an den Verhandlungstisch
zurückkehrt.
(Schluss) jep/wm
Gratiszeitungen: Drucker-Streikdrohung 2 - GPA gegen "Abspeisen"
Jetzt
geht es ans Eingemachte - Kampf für die
ganze Medienbranche
Der Demonstrationszug
mit Trillerpfeifen und Trommeln zog Mittwoch früh von der Pilgramgasse
zur Zentrale des Verbands der Regionalmedien in die Esterhazygasse in
Wien-Mariahilf und verliehen dem Verband die "Kollektivvertrags-Zitrone
des Jahres 2006". GPA-Vorsitzender Heinz Katzian merkte dabei an,
dass "zwei Jahre uns Rollen genug ist. Jetzt geht es ans Eingemachte.
Wir machen deutlich, so lassen wir uns nicht abspeisen".
Katzian erinnerte
an die "salbungsvollen Worte" von Wirtschaftskammerpräsident
Christoph Leitl bei der jüngsten Feier der Sozialpartner. "Was
wir hier mit erleben, ist genau das Gegenteil von dem, was Leitl sagt".
Jedenfalls, "wenn man mit uns nicht verhandeln will, dann werden
wir die Maßnahmen setzen, um sie zu zwingen, die Verhandlungen mit
uns wieder aufzunehmen".
Katzian erinnerte
daran, dass es sich um das erste gemeinsame Auftreten von GPA und DJP
handle. Und "da geht es nicht nur um die Kollegen der Gratiszeitungen.
Diese Zeitungen hängen alle an großen Verlagshäusern und
damit geraten dort die Kollegen unter Druck. Wir kämpfen den Kampf
für die ganze Medienbranche". Sollte es keine fairen Verhandlungen
geben, "werden wir mit der ganzen Kraft unserer neue Gewerkschaft
dagegehalten und die Medienszene aufmischen".
Die Gewerkschaft
wirft dem Verband vor, dass seit zwei Jahren den Beschäftigten bei
Gratiszeitungen der Abschluss eines Kollektivvertrages verweigert werde.
Mit der Überreichung der Kollektivvertrags-Zitrone wird gegen den
kollektivvertrags-freien Raum protestiert. Verlangt werden faire Arbeitsbedingungen,
branchenübliche Gehälter und natürlich der Abschluss eines
Kollektivvertrags im Gratiszeitungssektor.
(Forts. mögl.) jep/wm
Pressehinweise
zu Thema
OTS0101 5 II 0144 BZO0001 WI Mi, 20.Sep 2006
Politik/BZÖ/Schalle/Arbeit/ÖGB
Schalle gegen Streik
der Druckergewerkschaft - Lösung gefordert
Wien 2006-09-20 (BMSG/OTS)
- Auf eine rasche Lösung im Streit zwischen dem Verband der Regionalmedien
und der Druckergewerkschaft drängt BZÖ Wirtschaftsexperte Veit
Schalle. "Beide Seiten sind gefordert, sich möglichst rasch
zu einigen. Die Drohung der Gewerkschaft in Streik zu treten ist kein
richtiges Signal. Hier entsteht der Anschein, dass ein angeschlagener
ÖGB sich in Wahlzeiten krampfhaft zu profilieren versucht. Gerade
die Regionalmedien haben in den letzten Jahren trotz fehlender oder geringer
Landespresseförderungen wie beispielsweise in Niederösterreich,
massiv neue Arbeitsplätze geschaffen und sind ein expandierender
Wirtschaftsfaktor in Österreich. Hier dürfen aber auch nicht
die berechtigten Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vernachlässigt
werden. Streik schadet sowohl den Arbeitnehmern als auch den Unternehmen
und kann keine Lösung sein. Alle Beteiligten sind gefordert sich
wieder an den Verhandlungstisch zu setzen", so Schalle.
Rückfragehinweis:
Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ)
*** OTS-ORIGINALTEXT
PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES
AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0101 2006-09-20/10:31
201031 Sep 06
OTS0264 5 II 0175
SPK0018 Mi, 20.Sep 2006
SPÖ/Kräuter/BZÖ/Schalle/BMSG
Kräuter: Neuer
kapitaler Fehltritt von Möchtegern-Politiker Schalle
Ressourcen
des Sozialministeriums für Parteipropaganda
missbraucht
Wien (SK) - Der jüngst
durch seine Bewunderung der NS-Wirtschaftspolitik bekannt gewordene BZÖ-Kandidat
Veit Schalle sorgte heute für einen "neuerlichen kapitalen Fehltritt",
erklärte SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter
Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Der Möchtegern-Wahlkämpfer
Schalle missbraucht für Parteipropaganda gegen die berechtigten Interessen
von Druckerei-Angestellten die Ressourcen einer öffentlichen Institution,
dem Bundesministerium für Soziales und Generationen." Konkret
wurde die heutige Schalle-Presseaussendung OTS101 offenkundig direkt aus
dem Sozialministerium veröffentlicht und damit auch bezahlt. Anders
sei nicht erklärbar, so der SPÖ-Abgeordnete, dass als Aussender
das Kürzel "BMSG/OTS" angegeben wurde. ****
Missbräuchliche
Verwendung von Ministeriums-Ressourcen habe im BZÖ eine lange Tradition,
kritisierte Kräuter. Der konkrete Fall sei jedoch "ein besonders
dreister Missbrauch", handle es sich doch um einen Möchtegern-Politiker,
der in keinster Weise mit dem Ministerium in Verbindung stehe. "Man
kann die SteuerzahlerInnen und WählerInnen nur davor warnen, jemandem
Vertrauen zu schenken, der schon vor den Wahlen derart bedenkenlos seine
Zugreifermentalität zeigt", schloss Kräuter. (Schluss)
cs/mm
Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at
FRANZ
BITTNER
VORSITZENDER
der Gewerkschaft
Druck, Journalismus, Papier
"medien"
Die österreichischen Verleger und Zeitungsherausgeber haben bereits
auf die Herausforderung der Fellners - lange bevor die neue Zeitung
"Österreich"
auf den Markt kam - reagiert. Der Styriaverlag und die Oberösterreichischen-Nachrichten
geben seit geraumer Zeit eine täglich erscheinende Gratiszeitung
heraus. Die Presse reagierte mit einem neuen Chefredakteur und einer
- für jüngere Leser - moderneren Blattlinie, ohne ihr wertkonservatives
Publikum zu vernachlässigen. Der Kurier reagierte mit einem neuen
Layout im gehobenen Boulevardbereich, das als gelungen bezeichnet werden
kann. Die Gratiszeitung in Wien (U-Bahn) kommt bei den LeserInnen seit
längerer Zeit bereits recht gut an und erfüllt ihren Zweck.So
gesehen hat die "Fellner-Family" den österreichischen
Zeitungsmarkt gewaltig aufgemischt, noch bevor deren neue Tageszeitung
das Licht der Medienwelt erblickte.Die Tageszeitung "Österreich"
- ein gut besetzter Name - wird das Ihrige dazu tun, um die Schlacht
um den Boulevard
für die Werbewirtschaft und die LeserInnen spannend zu gestalten.Der
Zeitungsbranche wird diese zusätzliche Zeitung gut tun. Durch den
sehr günstigen Preis - 50 Cent - wird den NichtleserInnen (ungefähr
eine Million) der Einstieg leichter gemacht und bei jüngeren LeserInnen
könnte eine stärkere Leserbindung entstehen, sodass alle Tageszeitungen
in Zukunft einen Nutzen davon haben könnten.
Der Druckbranche und der Druckmaschinenindustrie kommt dieses anspruchsvolle
Zeitungsprojekt eben so zugute. 50 neue Arbeitsplätze bei Goldmann
in Tulln und zusätzlich verkaufte MAN einen Prototyp an Druckmaschine,
der, wenn sich das Produkt am Markt durchsetzt, die Zukunft am internationalen
Zeitungsmarkt gehören
könnte.Ich wünsche der neuen Tageszeitung wirtschaftlichen
Erfolg
und Marktkontinuität, den Druckern und RedakteurInnen, dass sie
die technischen Probleme rasch lösen und den JournalistInnen einen
Arbeitgeber, für den gelebte
Sozialpartnerschaft kein Fremdwort ist.In wenigen Tagen wird der österreichische
Nationalrat gewählt.
Obwohl der ÖGB politisch unabhängig, aber nicht unpolitisch
ist, meine ich als Gewerkschafter, dass es für Österreich
eine Schicksalswahl werden wird. Nämlich dahingehend, ob unser
Österreich weiterhin von einer rechtskonservativen Regierung regiert
werden soll, die die Vermögenden bevorzugt oder von einer Regierung,
die sich für ArbeiterInnen, Angestellte, kleine Gewerbetreibende,atypisch
Beschäftigte und Minderheiten einsetzt.
Ich bin für die zweite Variante, was natürlich niemanden überraschen
wird, daher wähle ich am ersten Oktober die SPÖ.
über die am 16. März 2006 zwischen dem Verband Österreichischer
Zeitungen einerseits und der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier
andererseits, betreffend den Kollektivvertrag für Expeditarbeiter,
Redaktions- und Verwaltungsgehilfen, Zusteller und Austräger getroffene
Vereinbarung.
1. Die Lohntabellen zum Kollektivvertrag erfahren folgende Änderungen:
Gültig
ab
1. bzw. 3.4.2006
mit AZV
(36 Std.)
Div.: 36
in €
Expeditarbeiter
377,48
Anfänger
im 1. Jahr ihrer Tätigkeit 330,57
Redaktions-
und Verwaltungsgehilfen 312,70
Zusteller
158,89
Vergütung
für das händische Einlegen
fremder Beilagen 14,55
2. Die innerbetrieblichen Istlöhne werden zum gleichen Zeitpunkt
um den Eurobetrag erhöht, der sich aus der Erhöhung der jeweiligen
kollektivvertraglichen Lohnposition nach Punkt 1. ergibt, sofern innerbetrieblich
keine Besserstellung vereinbart ist.
3. Diese Vereinbarung tritt mit 1. bzw. 3. April 2006 in Kraft und gilt
für die Dauer von 12 Monaten.
Endgültige Beschlüsse auf GPA-Bundesforum und DJP-Gewerkschaftstag
im Herbst geplant
Der Zentralvorstand Gewerkschaft
Druck-Journalismus-Papier (DJP) hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen,
ab sofort die Organisations- und Mitgliederbetreuungsstrukturen offensiv
mit jenen der Gewerkschaft der Privatangestellten zusammenzuführen.
Dazu gehört auch die Planung der Übersiedlung der DJP-Zentrale
in das Haus der GPA am Alfred Dallinger Platz im Dritten Wiener Gemeindebezirk.
Die endgültigen Beschlüsse für die Zusammenführung sind
am GPA-Bundesforum bzw. einem DJP-Gewerkschaftstag im heurigen Herbst geplant.
Die Schaffung der neuen Strukturen soll garantieren, auf die rasanten wirtschaftlichen
Entwicklungen in wichtigen von beiden Gewerkschaften betreuten Branchen
rasch und schlagkräftig reagieren zu können.
Per 1. bzw. 3. April 2006 werden die Löhne und Gehälter für
ArbeiterInnen
und Techn. Angestellte im grafischen Gewerbe um 2,67 Prozent (kfm. Rundung)
erhöht.
Gleichzeitig werden
die Ist-Löhne um den Eurobetrag der KV-Lohnerhöhung
(Parallelverschiebung)
angehoben.
Die Laufzeit dieser
Vereinbarung beträgt zwölf Monate.
Per 1. bzw. 3. April 2006 erfahren die Kollektivvertragslöhne
eine Anhebung um 2,60 Prozent, wobei zusätzlich eine generelle Aufrundung
auf den nächsten Centbetrag vereinbart wurde.
Dies führt in einzelnen
Lohnpositionen zu einer tatsächlichen Erhöhung bis
zu 2,76 Prozent.
Die Istlöhne werden um den selben Eurobetrag (Parallelverschiebung)
angehoben.
Der Nachtschichtzuschlag wird ebenfalls um 2,60 Prozent erhöht.
Die neuen Lehrlingsentschädigungen betragen pro Monat:
Zum Auftakt einer
Großdemonstration der europäischen Gewerkschaften gegen die
EU-Dienstleistungsrichtlinie hat ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch
weitere Nachbesserungen eingefordert. "Wir sind für eine soziale
Richtlinie. Die haben wir noch nicht", sagte Verzetnitsch laut APA
am 14. Februar 2006 vor Journalisten in Straßburg.
Rund 50.000 europäische GewerkschafterInnen, darunter 700 österreichische
TeilnehmerInnen, demonstrierten vor dem EU-Parlament in Straßburg
für weitere Änderungen in der EU-Dienstleistungsrichtlinie.
Durch den Druck der ArbeitnehmerInnenorganisationen sei es zwar gelungen,
dass die von der EU-Kommission und dem EU-Rat vorgesehene Dienstleistungsrichtlinie
geändert wurde. "Allerdings fehlen noch immer wichtige Forderungen
der Gewerkschaften", so Verzetnitsch. So scheint im Kompromiss-Vorschlag
der Begriff des "Herkunftslandprinzips" zwar nicht mehr auf,
in der Substanz wird aber am Herkunftslandprinzip festgehalten.
Verzetnitsch verlangte konkret "klarere Bedingungen", unter
denen die generellen Ausnahmen von der Richtlinie definiert würden.
"Es ist gefährlich, wenn der Europäische Gerichtshof zur
Klarstellung aufgerufen ist." Weiters müsse die Rechtsdurchsetzung
bei etwaigen Verstößen von Dienstleistern aus dem Ausland noch
klarer geregelt sein. Die bisher vorgesehene Möglichkeit, eine Kaution
nach Verstößen zu verhängen, "lässt jede Lücke
zu", kritisierte Verzetnitsch.
Die Herausnahme von Leiharbeit und Arbeitsrecht müsse klar in der
Richtlinie festgeschrieben werden, verlangte Verzetnitsch. Vieles hänge
von den Formulierungen ab, die das EU-Parlament am 16. Februar 2006 beschließe.
Diese seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gänzlich klar.